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Shinrin Yoku, Waldbaden oder Im-Wald-Sein: Neuer Trend oder Gesundheitskonzept mit Potenzial?

Reizüberflutung und Beschleunigung, Veränderungsdruck und Überforderung, Digitalisierung und demografischer Wandel – typische Schlagworte unserer Zeit. Häufige Folge unserer Lebensbedingungen: zunehmender Psychostress und ansteigende Zivilisationskrankheiten.

Was aber gibt uns Ruhe, Gelassenheit und Stärke zurück? Wie können wir uns gesund erhalten oder heilen – ohne Pillen oder Leistungsdruck? Mit Shinrin Yoku, Waldbaden und Im-Wald-Sein. Ein entspannter Aufenthalt im Wald ist die natürliche Antwort auf viele Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten, die unser heutiges Leben kennzeichnen.

Andere Länder machen es vor

Was bei uns mit einem exotischen und mitunter esoterischen Beigeschmack daher kommt, ist in anderen Ländern eine staatlich geförderte Präventionsstrategie. Vor allem in Japan werden hohe Forschungsgelder investiert, um das Wissen um die Heilkraft, die wir im Wald empfangen, wieder zu den Menschen zurückzubringen – auf evidenzbasierte Art und Weise, weil uns der schlichte Glaube heute nicht mehr reicht. Man spricht dort vom Shinrin Yoku, was so viel wie „in der Atmosphäre des Waldes baden“ bedeutet. Vorreiter und Ikone der Entwicklung ist der Forscher und Mediziner Prof. Dr. Qing Li, dessen jahrzehntelange Forschungsarbeit deutlich zeigt, dass wir den Wald mit anderen Augen sehen und regelmäßig aufsuchen sollten, um unser Wohlbefinden zu steigern und unserer Gesundheit gutzutun.

Während wir hier vielerorts darüber nachdenken, welche (weiteren) Beweise noch zu finden sind, damit wir das Im-Wald-Sein als wichtigen Baustein einer gesunden Lebensführung (be-)greifen, empfehlen oder etablieren können, ist das „Forest Healing“, die Heilung aus dem Wald, in Südkorea zu einer staatlichen Präventions- und Gesundheitsstrategie mit gesamtgesellschaftlichem Nutzen geworden. Die gesundheitsfördernden Effekte stehen außer Zweifel – und jedem offen.

Was steckt dahinter?

Shinrin Yoku, Forest Healing, Forest Bathing oder Waldbaden sind also keineswegs Begriffe für eine geheime Wissenschaft oder für Spezialwissen, das nur „Hochbegabten“ vorbehalten ist. Sie sind Ausdruck für ein gut erforschtes Thema und für etwas, zu dem wir alle die Befähigung und das Potenzial haben: im Wald zu sein.

Entscheidend ist, sich aufzumachen und das Wörtchen „sein“ mit Leben zu füllen. Beim Im-Wald-Sein geht es nicht darum, den Wald als bloße Kulisse für andere Aktivitäten zu nutzen. Mit den Gedanken im Gestern oder Morgen durch ihn durchzulaufen, ohne ihn überhaupt wahrzunehmen.

Es geht darum, hier und jetzt in einem Wald zu sein, die Lunge entspannt atmen zu lassen und die Atmosphäre des Waldes sinnlich wahrzunehmen – seine Sinne auf eine eigene Erlebnisreise zu schicken, den Wald zu sehen, zu hören, zu riechen, zu fühlen und zu schmecken. Es muss gar kein besonderer Wald sein, weder groß noch berühmt, ein einfacher Wald um die Ecke reicht schon aus.

Die täglichen Anforderungen, die wir uns geschaffen haben, ein stückweit loszulassen und das Gedankenkarussell zu stoppen, scheint uns heutzutage immer schwerer zu fallen. Nicht umsonst machen wir Yoga, meditieren, üben Achtsamkeit, erlernen spezielle Entspannungstechniken oder gehen ins Fitnesscenter. Eher selten nutzen wir dazu etwas, das in allen von uns bereits seit Beginn unserer Existenz angelegt ist und unabhängig von kultureller, religiöser, sozialer oder politischer Ausrichtung tief in uns schlummert: unsere Naturverbundenheit. Selbst wenn wir in der Natur unterwegs sind, tun wir etwas anderes, wir wandern, joggen, fahren Mountainbike, klettern und und und.

Was genau unter Naturverbundenheit zu verstehen ist, ob es die allgemeine Liebe zum Lebendigen oder eine tiefere spirituelle Verbindung oder vielleicht nur der pure unbewusste Wille zu überleben ist, ist nicht leicht zu definieren. Und zu sagen, wie tief wir heutzutage als moderne Menschen in uns hineinhorchen müssen, um die Naturverbundenheit zu spüren, ist nicht minder leicht. Sicher ist eins: Natur wirkt, und Wald als unsere alte Heimat ganz besonders.

Ein Rückblick

Der Wald macht uns anwesend und präsent, ohne dass wir uns dafür willentlich anstrengen müssten. Unsere Sinne stellen sich von selbst auf die natürliche Umgebung ein. Wären wir dazu nicht in der Lage oder nur mithilfe komplizierter Überlegungen, wären wir wohl schon ausgestorben. Den größten Teil unserer Entwicklungsgeschichte verbrachten wir als Jäger und Sammler im Wald und mussten uns auf unsere Sinne und Instinkte verlassen können.

Unsere „Erwerbsarbeit“ bestand zum Großteil in der Nahrungssuche, bei der uns unsere Sinne den Weg wiesen. Es ging darum, klug und verständig für sein Zuhause und seinen „Arbeitsplatz“ zu sein, die Schritte mit Bedacht zu wählen, die besten Quellen für Wasser und Nahrung zu finden, zu unterscheiden, was giftig oder genießbar ist, und vieles mehr. Heute sind unsere Sinne zwar in erster Linie auf die Wahrnehmung und den Umgang mit der Kultur, die wir uns geschaffen haben, gerichtet. Und manche davon sind mit der Zeit vielleicht ein wenig eingeschlafen, wie z. B. unser Geruchssinn. Dennoch sind sie da und werden im Wald zwanglos wachgeküsst. Nicht umsonst berichten die Meisten nach einem Waldaufenthalt von den vielen intensiven Düften.

Im Wald, um dort zu sein

Der Wald lässt uns aus sich heraus wahrnehmen, beobachten, achtsam sein. Er weckt die verschiedensten Gefühle und Gedanken in uns. Sehr viele davon sind positiv und erweisen sich als heilsam. Was heute wieder wachgerüttelt werden muss, ist die passende Einstellung: In den Wald gehen, um dort zu sein. Nicht weil es ein Trend ist oder eine neue „Spinnerei“ , sondern unser natürlicher Lebensraum, in und mit dem wir bis vor etwa 10.000 Jahren gelebt und aus dem heraus wir uns entwickelt haben. Ein wenig so, als würden wir nach alten Verwandten und Verbindungen an einem Ort suchen, aus dem wir ausgewandert sind.

Im-Wald-Sein.de

Das Im-Wald-Sein zu entdecken, ist eine gute und gesunde Erfahrung, die auch in unserer Kultur breit gefördert werden sollte. Das hier vorgestellte Angebot soll dazu animieren. Dem Einzelnen soll es dabei helfen, den ersten Schritt zu tun, um seinen eigenen Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden zu finden. Den Akteuren des Gesundheitswesens will es zeigen, dass Shinrin Yoku, Forest Healing, Forest Bathing oder Waldbaden eine evidenzbasierte Maßnahme ist, die wirklich funktioniert und in eine moderne Strategie zur Gesundheitsförderung hineingehört.